Livia und Johannes: Die Gesichter hinter der SOHL FARM | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Livia und Johannes: Die Gesichter hinter der SOHL FARM

Neutrebbin hat neue Nachbarn, die viele vielleicht schon beim Sport oder beim regionalen Einkauf getroffen haben. Livia und Johannes sind das Paar hinter der SOHL FARM, einem liebevoll entwickelten Losegehöft an der Ausbau Wriezener Straße, direkt am Friedländer Strom. Ihr Weg ins Oderbruch ist eine Geschichte über die Suche nach Gemeinschaft, Sinn und einem echten Zuhause.

Während Johannes aus der Region um Frankfurt (Oder) stammt, liegen Livias Wurzeln weit entfernt von der offenen Kulturlandschaft des Oderbruchs: Von der Karibik führte sie ihr Weg über New York nach Berlin – und schließlich nach Neutrebbin. Dass sie heute hier leben, ist auch eine Folge der Pandemie, die bei vielen Menschen Prioritäten verschoben hat. „Corona hat uns zum Umdenken gebracht, was ‚Zuhause‘ eigentlich bedeutet“, erzählt Livia. Die Suche nach einem Ort mit Bodenständigkeit und Perspektive führte sie schließlich zu einem besonderen Anwesen – und zu dessen Vorbesitzer Olaf. Seine Offenheit und sein Vertrauen in uns gaben den entscheidenden Impuls für den Umzug.

Ein Ort zum Teilen: die SOHL FARM

Von Anfang an war für beide klar: Die SOHL FARM sollte kein abgeschottetes Privatgrundstück sein. Vielmehr wollen sie einen Ort schaffen, der Menschen zusammenbringt. „Die größte Freude bereiten uns die Begegnungen“, sagt Livia. „Jeder Gast bringt ein Stück seiner eigenen Geschichte mit auf unser Losegehöft.“

Heute finden Besucher hier drei liebevoll eingerichtete Ferienapartments sowie viel Raum, um dem Alltag zu entfliehen. Die ruhige Lage am Friedländer Strom lädt dazu ein, durchzuatmen und den weiten Himmel des Oderbruchs zu genießen. Ganz praktisch bringt die Lage allerdings auch kleine Herausforderungen mit sich: „Die Zufahrt ist offiziell als Landwirtschaftsweg ausgewiesen und wird von Navigationsgeräten oft nicht erkannt“, erklärt Johannes schmunzelnd. „Da stehen Gäste oder Lieferdienste schon mal bei den Nachbarn im Ort und müssen erst den richtigen Weg erfragen.“

Neue Außenstelle des Standesamts

Ein besonderer Meilenstein folgte im März 2026: Seitdem ist die SOHL FARM offiziell eine Außenstelle des Standesamts Oderbruch-Barnim. Damit können standesamtliche Trauungen direkt vor Ort stattfinden – ein Angebot, das gut zur Philosophie des Hofes passt. „Es freut uns sehr, dass Paare diesen besonderen Moment ihres Lebens hier bei uns feiern können“, sagt Livia. Hochzeiten und individuelle Veranstaltungen liegen ihr besonders am Herzen; sie gestaltet diese mit viel Liebe zum Detail und häufig mit Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld. „Wir tasten uns noch langsam heran. Im letzten und in diesem Jahr durften wir jeweils bereits drei Hochzeiten ausrichten und sind für jede Unterstützung sehr dankbar.“

Ihr Dank gilt dabei auch der Gemeinde: „Ohne die Unterstützung der Gemeindevertretung, unseres Bürgermeisters Herrn Hirschbein sowie der Amtsdirektion und der Standesbeamtinnen council (Herr Fielder, Herr Suhr, Frau Preuss, Frau Frölich, Frau Markgraff) wäre das nicht möglich gewesen“, betont Livia. Neben der SOHL FARM zählen auch Schloss Reichenow und die „Goldene Kartoffel“ in Prötzel zu den offiziellen Außenstellen.

Regionalität und gelebte Gemeinschaft

Von Beginn an war es Livia und Johannes wichtig, der Region etwas zurückzugeben. „Am Anfang waren wir für manche vielleicht noch die ‚Neuen aus Berlin‘“, sagt Johannes, „aber inzwischen sind viele Freundschaften entstanden.“

Die Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben ist heute ein zentraler Bestandteil ihres Konzepts. So bestehen feste Partnerschaften unter anderem mit dem Milchhof Pimpenelle in Quappendorf, Fleischermeister Thomas Auris in Neutrebbin sowie der Bäckerei „Rauchzeichen“ in Oderberg. „Wir möchten, dass unsere Gäste echte regionale Qualität erleben – und gleichzeitig die lokalen Erzeuger stärken“, so Livia.

Ein Ausdruck dieser Verbundenheit ist auch der jährliche Neujahrsempfang auf dem Hof. Was als kleines Treffen begann, hat sich inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt. „Es ist der beste Weg, um sich kennenzulernen“, sagt Johannes. „Und jedes Jahr wird es ein bisschen schöner.“

Ankommen im Dorfleben

Auch abseits der SOHL FARM sind Livia und Johannes im Ort angekommen – unter anderem im Tischtennisverein. „Unser Spielniveau ist vielleicht noch ausbaufähig“, sagt Johannes mit einem Lächeln, „aber die Trainingsabende sind für uns ein echtes Highlight.“ Solche Begegnungen sind es, die für beide den Unterschied machen: das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Ein Blick nach vorn

Für die Zukunft haben Livia und Johannes klare Vorstellungen: Sie möchten den Gemeinschaftsgedanken in Neutrebbin weiter stärken – durch neue Kooperationen, Veranstaltungen und gemeinsame Projekte.

„Wir schätzen uns sehr glücklich, hier zu sein“, sagt Livia. „Die Menschen im Oderbruch mit ihrer Bodenständigkeit, ihrem Engagement und ihrer Tatkraft inspirieren uns jeden Tag. Hier wird angepackt und zusammengehalten – das macht diesen Ort so besonders.“

Anbei die Fotos von Franziska Thiemert